Marathon-Rübe

Marathon-Rübe

Man braucht die Rübe vor der Rübe, wenn man etwas erreichen will. 

Als Kind habe ich immer gelacht und gedacht, wie blöd das ist, einem Esel (oder auch einem Menschen) eine Rübe vor die Nase zu halten, damit er vorwärts kommt. Aber wie so oft steckt doch eine ordentliche Portion Wahrheit drin: Ich brauche etwas konkretes und lohnenswertes – am besten direkt vor meiner Nase. Ein abstraktes Ziel in weiter Ferne hat es schwer, auf Dauer die notwendigen Reflexe auszulösen.

Bei dem Gedanken dagegen, gleich in ein Nutella-Brot beißen zu dürfen, läuft mir bereits der Speichel – der pawlowsche Hund in uns lechzt nun mal nach der Rübe!

Und zweitens muss die Rübe eine Herausforderung bleiben. Könnte ich sie einfach so angeln, hätte sie kaum einen Reiz für mich. Sie baumelt immer in dem genau richtigen Abstand vor mir – greifbar nah und doch noch nicht ganz erreichbar.

Fast wie beim Schwimmenlernen, wenn Eltern immer ein kleines Stück zu weit weg sind, als dass man sich an Ihnen aus dem Wasser retten könnte.

Die Rübe im Blick hat mich beim Berlin Marathon auf Trapp gehalten. Auch wenn das linke Knie bei jedem Schritt fast einzuknicken drohte und die Energie merklich ausging – ich habe voll auf die Rübe fokussiert und sie mir nur für den Fall versprochen, wenn ich es tatsächlich schaffe, unter 3:30h ins Ziel zu kommen und einen negativen Split zu erreichen (dafür war es von Anfang an erforderlich, nicht zu schnell loszulaufen!). Die Rübe kann symbolisch für vieles stehen, für mich…

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